Architektur


Um das Projekt eines "offenen Hauses" umsetzen zu können, waren die Initiatoren längere Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Objekt. Endlich wurde das ehemalige Pumpwerk an der Holzmarktstraße gefunden: 1904/05 als Teil des Berliner Abwassersystems mit dem Namen "Radialsystem V V" erbaut, stand das teilweise kriegszerstörte Gebäude jahrelang leer. Als Investor konnte die Bochumer Telamon Vermögensgesellschaft gewonnen werden. Gemeinsam mit dem renommierten Berliner Architekten Gerhard Spangenberg wurde für den denkmalgeschützten Gebäudetorso ein Konzept entwickelt, das die historische Substanz mit einem modernen Baukörper verbindet. Dabei wird die kriegszerstörte Westseite durch einen Glasbau für Foyer, Künstlergarderoben und Verwaltung geschlossen und die Spreeseite mit einem ebenso transparenten Baukörper aufgestockt. Eine perfekte Symbiose von Alt und Neu, von Tradition und Moderne, die quasi als bauliche Metapher für das künstlerische Konzept des RADIALSYSTEM Vs steht. Dabei ist sogar der historische Name programmatisch zu verstehen: wie in der Evolutionsbiologie, in der als "Radiation" eine durch Fossilienfunde belegte Entwicklungsexplosion bezeichnet wird, soll das RADIALSYSTEM V innerhalb kurzer Zeit eine große Formenvielfalt entwickeln.
Ein radiales System strahlt von einem Zentrum in alle Richtungen aus – das RADIALSYSTEM V am Spreeufer wird Künstler wie Publikum in seinen Bann ziehen und weit über die Grenzen der Stadt hinaus seine Anziehungskraft entwickeln.
Aus der ehemaligen Maschinenhalle und dem Kesselhaus des denkmalgeschützten Pumpwerks entstehen zwei Veranstaltungshallen (600 und 400 qm), der Neubau bietet Publikumsfoyer, Künstlergarderoben, Büros und drei Probenstudios (200 bis 400 qm), die einen atemberaubenden Südblick auf Spree und Innenstadt bieten. Ein zweistöckiges Café mit durchgehender Glasfassade Richtung Südwesten, eine 400 Quadratmeter große, überdachte Loggia sowie eine großzügige Spreeterrasse mit Bootsanleger machen das RADIALSYSTEM V auch für Flaneure interessant. Durch das Gebäude gegen den Verkehr der Holzmarktstraße abgeschirmt, bietet die nach Südwesten gelegene Uferterrasse bei Sonnenschein nahezu südländisches Flair.

Das Gebäude besticht durch eine überschaubare und schlichte räumliche Struktur. Ausgehend vom leeren Raum sind alle Bereiche in ihren Funktionen und Zuordnungen variabel und können mit wenigen Mitteln den nutzungsspezifischen Anforderungen angepasst werden. So kann sich das gesamte Gebäude temporär in einen Ausstellungskörper, eine Konzertlandschaft oder ein Tanzlabyrinth verwandeln; ebenso kann es als einzigartiger Ort für ungewöhnliche Veranstaltungsszenarien bei Kongressen, Symposien und Firmenevents genutzt werden.

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